Am Anfang stand ein SCHROTT-BIKE aus dem Container der städtischen

 
Müllentsorgung

Die Geschichte:

Mein Bestreben bestand darin, so wenige Euronen wie möglich für dieses Unternehmen auszugeben.
Und was eignet sich besser als ein ausrangierter Rahmen, mit defekten Felgen und gebrochenen Speichen. Ersteinmal wurde alles schraubbare von diesem  Rahmen entfernt und entsorgt.
Schwierig erwies sich der Ausbau des Tretlagers. In Zeiten von "Octalink" gibt es offensichtlich kaum noch Werkstätten die einen 24 Schlüssel vorweisen können. Was dazu führte, das ich irgendwann sehr entnervt bei meiner Freundin Uli aufschlug und wir in einer gemeinsamen Aktion unter Einsatz vom BMW-Motorradwerkzeug, in der Küche auf dem Boden kniend...das Tretlager ausgebaut haben....
In diesem Atemzug wurde schnell noch der "Dremel" angeworfen und störende Teile, wie Beispielsweise die Halterung für den Kettenschutz fielen, ruck zuck, dieser tollen Maschine zum Opfer.
 
Freudig und mit einer Plasiktüte voller Einzelteile (das Kugellager bestand aus vielen einzelnen Kugeln) trat ich den Heimweg an. Tagelang wurde nun unter Einsatz von viel Schweiß, dieser Fahrradrahmen von mir am geöffneten Fenster von Rost befreit und die restliche Farbe geschliffen.
Später auch mit Nass-Schleifpapier in der Badewanne. An dieser Stelle sehe ich das Gesicht meiner Mutter.....
Weitere Überlegung bei dieser Arbeit gingen von, Lackieren über Pulverbeschichten. Letzteres erwies sich nach kurzer Recherche als zu teuer.
Also Lackieren... da ich wuste das dies kein so einfaches Unterfangen ist, hatte ich schon schlaflose Nächte bei dem Gedanken, es könnte zu "Nasenbildung" kommen. Nach einigen Überlegungen und Informationen aus Foren im Internet (welche Errungenschaft), entschloss ich mich für eine FlipFlop Lackierung aus dem Bereich der Autoindustrie.
Nachdem wieder einige Freunde von mir in Aufruhr versetzt wurden zwecks trocken und staubfreiem Lackierraum....konnte ich es nicht abwarten.
Die Inspektion des Speichers ergab: Trocken und am Gebälk Haken zum aufhängen.
Und los gings, einen schönen starken Strick am Rahmen befestigen und erst einmal Vorlackieren.
 
Das war noch die einfache Übung. Rahmen fix aufgehängt und wie einen "Brummkreisel" rotiern lassen. Logisch das wärend dessen Lackiert wurde. Das Ergebniss konnt sich sehen lassen. Und nach 1 Stunde war das Objekt schon mal Fingertrocken. Nach erster Sichtprüfung, das auch ohne "Nasen". Tag zwei: Die Lackdose "FlipFlop" wurde ersteinmal 15 Minuten lang geschüttelt. Ich wollt echt kein Risiko eingehen...Info auf der Lackdose sah 2 Minuten vor... Nun, so wenig wie möglich ein Risiko eingehen. Und wieder drehte sich der Rahmen wie auf dem Jahrmarkt.
Auch Stufe zwei ging in mehreren Lackschichten sauber über die Bühne. In den Trocknungszeiten habe ich dann das "WordWideWeb" durchforstet und meine Freundin Uli genervt, Sie möge doch mal wieder den Inhat der Container nach Rennrad-Vorderradfelge und sonstigen Kleinteilen im "Auge" behalten.
Und Bingo, eine VR-Felge kam in Betracht. Gut, ich muss sagen, das viel Zeit mit Reinigung und Polieren draufgegangen ist. Aber, es hat sich gelohnt. Das einzige was jetzt "Neu" her musste, waren neue Fahrradmäntel, Schläuche und nachdem ich am Gardasee eine üble Situation von wegen Bremsen hatte, eine neuer V-Brake.
Erst wollte ich das Singlespeed nämlich ohne Bremse lassen. Bevor ich jedoch weiter über diese Dinge nachdenken konnte, musste erst einmal die "Klarlackschicht" auf den Rahmen.
















Ehrlich Leute, das ist wirklich mehr als schwierig. Das hatte ich nicht gedacht. Drei Dosen sind von mir gesprüht worden und das Ergebniss ist noch nicht 100% zentig. Da werde ich im Frühjahr nochmal nachlegen müssen.
Leider! Aber und das war und ist mir wichtig, immer noch ohne Nasenbildung.
Nach einer dreitägigen Trocknungsphase, wurde nun wieder das Radlager von mir eingebaut. Oder sagen wir besser, versucht. Es endete damit das ich mich im Internet ersteinmal Schlau machen musste, wie das ganze nun wieder zusammen gehört.
 

Hier mal eine Schnittzeichnung:

Trotz dieser Zeichnung und einem Montageständer der im Wohnzimmer residierte, war der Einbau mehr als mühselig. Erst beim 5 ten Anlauf und mit einem Tipp von Uli, die feststellte das die Chromabdeckung am Montageständer anschlug war es letztlich geschafft. Zumindest dacht ich das, schulterte das Rad nachdem noch die Felgen und die Kette montiert waren und verließ den vierten Stock um eine Probefahrt zu unternehmen.

Weit bin ich jedoch nicht gekommen. Nach gut 800 Metern schlackerte das Tretlager wie ein "Lämmerschwanz" und die Tatsache das keine Bremse montiert war machte meine ersten Ausfug zu einem kleinen Desaster. Also wieder das Rad geschultert und in den Wohnbereich geschleppt. Eine Recherche im Internet ergab, das man die Kontermutter bitteschön wie ein "Man" anzuziehen hat. Frei nach dem Motto "Nach fest kommt ab" Zierblech wieder runter und das Spiel des Lagers wieder eingestellt.
Dank diese hier abgebildeteten Schlüssels und meinem eigenen Kampfgewicht, habe ich die Kontermutter nun so fest angezogen das sich hier nichts mehr unfreiwillig bewegt.

Via ebay wurden von mir noch eine neue V-Brake geordert und was soll ich sagen es glückte mir ein Schnäppchen auch wieder bei diesem großen Online-Auktionshaus, welches mir 2 Nagelneu Felgen, abzuholen in München für 2 Euro bescherte. Alles in Allem sind von mir weniger als 100 Euro für dieses Projekt ausgegeben worden.












Liste der Neuanschaffungen:
- 2 neue Fahrradmäntel   25 €.
- 1 V-Brake                    15 €.
- 2 Kugellager                 5  €.
- 1 Kettenabweiser          4  €.
- 1 Narbenschmutzringe   4 €.
- 2 Felgen                       2 €.
- 1 Lack                        35 €.
- 1 Bremshebel              12 €.

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